Das Nordkap der Insel - Kultstätte Jaromarsburg - Putgarten - Kap Akkona Fast ungeschützt vor den rauen Winden reihen sich die Bauernhäuser von Putgarten längs der Straße von Altenkirchen zum Kap Arkona, der nördlichsten Spitze Mecklenburgs. Putgarten hat ca. 300 Einwohner und der Name des Ortes stammt aus dem slawischen und bedeutet so viel wie " unter der Burg". Bis 1990 war der Ort militärischer Sperrbezirk der ehemaligen DDR. Mit Öffnung der Grenzen hat der Urlauberstrom, der mit seinen Blechlawinen durch den Ort rollte, um zum Kap Arkona zu gelangen, so zugenommen, dass der Ort für den gesamten Verkehr gesperrt werden musste und nur noch die Anwohner in diesen Ort fahren dürfen. Am Ortseingang wurde ein großer Parkplatz für Busse und Pkw angelegt, auf dem die Besucher des Kaps ihr Fahrzeug z. Z. für einen Pauschalbetrag von € 2,00 den ganzen Tag über abstellen können. In Putgarten gibt es mehrere Häuser, Appartements oder Ferienwohnungen, die angemietet werden können. Der Rügenhof Arkona, ein ehemaliger kleiner Gutshof, fungiert heute als Besucherzentrum. Hier sind u. a. eine Keramikwerkstatt, Steinschleiferei, ein Laden mit Rügenspezialitäten, ein Imbiss und ein Cafe untergebracht. In einem Nebengebäude befindet sich eine Historische Druckwerkstatt. Vom Parkplatz aus gelangt der Besucher entweder zu Fuß über eine ca. 2,5 km lange Strecke zum Kap oder mit einer Pferdekutsche bzw. mit der Arkona- Bahn. Im Ort selber gibt es auch einen Fahrradverleih. Die Straßen und Wege sind in der Regel ebenerdig und lassen sich gut befahren. Die bekanntesten Bauwerke Kap Arkonas sind die beiden Leuchttürme. Der ältere und kleinere wurde 1826 bis 1829 nach Plänen von Karl-Friedrich Schinkel anstelle einer hölzernen Feuerbarke erbaut. Der Turm ist 19,3 m hoch und zwei gusseiserne Treppen führen zur Plattform mit einer fantastischen Rundsicht. In diesem Leuchtturm ist aus Rügens bekanntestes Standesamt untergebracht. Der jüngere der beiden Leuchttürme wurde im Jahre 1902 fertiggestellt, ist 36 m hoch und sein Licht ist über 23 Seemeilen ( ca. 40 km ) zu sehen. Da das ca. 50 m hohe Kreidekliff von der See immer mehr abgetragen wurde, sind heute von der einstigen slawischen Jaromarsburg nur noch die ca. 13 m hohen Wälle auf der Landseite erhalten. Von den Aussichtsplätzen auf dem Burgwall kann man Teile der früheren Anlage überschauen. Leider kann diese Anlage zur Zeit jedoch aus Sicherheitsgründen nicht begangen werden. Vom Kap führt eine Holztreppe hinunter zu einem schmalen Uferstreifen. Hier lassen sich aus Kreide ausgewaschene Feuersteine, Donnerkeile und auch schon mal Bernstein finden. Vom Kap lassen sich ausgedehnte Wanderungen oder Fahrradtouren unternehmen. Auf dem Weg nach Putgarten und Kap Arkona sollte ein Besuch des Gotteshauses in Altenkirchen nicht fehlen. Die Dorfkirche St. Marien, eine um 1200 im romanischen Stil begonnene aus Backsteinen erbaute Kirche, ist Zeugnis für die Christianisierung Rügens und gehört zu den ältesten Backsteinbauten im Ostseeküstenraum. |