Badeurlaub vor " historischer Kulisse " - Seebad Prora Vom Ostseebad Binz in Richtung Sassnitz gelangt man nach ca. 7 km zum ehemaligen KdF-Seebad Prora. Zwischen dem Kleinen Jasmunder Bodden und der Prorer Wiek, auf der Schmalen Heide gelegen, liegt Rügens schönster ca. 10 km langer Sandstrand. Ein Kiefernwald schirmt den Strand von den ca. 4,5 km langen Gebäuden des ehemaligen KdF-Seebades und der Straße ab. Bei den Gebäuden handelt es sich um acht sechsgeschossige Betonblocks von jeweils ca. 550 m Länge, die zum Teil nach dem zweiten Weltkrieg zerstört wurden bzw. zu Teilen zur "KulturKunststatt Prora" umgebaut wurden. Prora ist bis heute noch das größte Seebad der Welt. Die Grundsteinlegung für diese Gebäude erfolgte am 02. Mai 1936. Ziel der Nationalsozialisten war es, für 20.000 "Volksgenossen" gleichzeitig einen 10-tägigen Pauschalurlaub mit Betreuung zu schaffen. Zwischen den Monaten Mai und September hätten somit ca. 300 000 Menschen hier in Prora ihren Urlaub verbringen können. Zu den Unterkunftsgebäuden, deren Schlafräume allesamt mit Blick zur Ostsee liegen, sollte noch eine Festhalle mit einem Fassungsvermögen von ebenfalls 20.000 Personen, Wellenschwimmbäder, ein Aussichtsturm sowie mehrere Seebrücken zum Anlegen der KdF-Urlauberschiffe den " Totalurlaub " vervollkommnen. Nach der Fertigstellung sollten dann die betongrauen Gebäude mit einem weißen Außenanstrich versehen werden. Mit Kriegsbeginn 1939 wurde die riesige Großbaustelle jedoch stillgelegt. Nach Beendigung des Krieges 1945 wurden Teile des rohbaufertigen KdF- Seebades demontiert bzw. von den sowjetischen Truppen gesprengt. In den 50er Jahren übernahm dann die NVA der DDR das riesige Arsenal und baute es zu einem Militärstandort aus. Nach der Auflösung der NVA wurde es am 02.10.1990 von der Bundeswehr übernommen und 1992 endgültig als Militärstandort geschlossen. Neben einem Badeurlaub am schönsten Strand Rügens, an dem auch in Teilen das Nacktbaden erlaubt ist, hat der Urlauber hier noch die Möglichkeit der Geschichtsaufarbeitung. Unter dem Motto KulturKunststatt Prora haben sich hier eine Bilder - Galerie, in der 22 Rügener Künstler ihre Kunstobjekte verkaufen und verschiedene Museen etabliert, u. a. das NS-KdF- Museum, das NVA-Museum, das Erlebnismuseum Wasserwelt, Rügenmuseum, sowie das Dokumentationszentrum Prora. Auch ein Eisenbahn- und Technikmuseum befindet sich auf dem riesigen Gelände. Im Cafe Blickwinkel sieht man sich in die Nachkriegszeit zurück versetzt und von dem auf der 5. Etage eingerichteten Panoramasaal "Silberreiher" im Wiener Kaffeehaus, hat man einen wunderschönen Blick auf die Ostsee, der Prorer Wiek. Die Kultur Kunststatt Prora zählt jährlich bis zu 120.000 Besucher und ist damit in Mecklenburg- Vorpommern eines der meist besuchten Museen. Sie ist ein touristisches Anfahrtsziel mit Niveau und hohem Informationswert. |